Traumreise
Mit der Traumreise entwickeln Mitarbeitende gemeinsame Zukunftsbilder für ihre Organisation. Die Methode ermöglicht es, Vorstellungen über zukünftige Arbeitsweisen, Prozesse, Produkte und Qualifizierungsbedarfe sichtbar zu machen und unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die weitere Gestaltung von Veränderungsprozessen.
Vorgehensweise
Die Teilnehmenden begeben sich mithilfe einer angeleiteten Zukunftsgeschichte gedanklich in die Zukunft ihrer Organisation. Die dabei entstehenden Vorstellungen werden kreativ festgehalten, beispielsweise als Zeichnung, Collage oder Modell. Anschließend werden die Ergebnisse vorgestellt, verglichen und gemeinsam reflektiert. Dadurch werden Gemeinsamkeiten, Unterschiede und zentrale Entwicklungsthemen sichtbar, die für die weitere Arbeit genutzt werden können.
Ablauf
Phase 1
Einführung
Die Teilnehmenden erhalten eine Einführung in Ziel, Ablauf und Rahmen der Methode. Die Veränderungsinitiative sowie die zentralen Fragestellungen werden vorgestellt und dienen als Orientierung für die Traumreise.
Phase 2
Traumreise
Die Moderation liest eine Zukunftsgeschichte vor, die einen Blick auf die Organisation in einigen Jahren beschreibt. Die Teilnehmenden entwickeln daraus individuelle Zukunftsbilder und halten ihre Ideen kreativ fest. Dabei können Vorstellungen zu Arbeitsabläufen, Produkten, Services oder persönlichen Entwicklungsperspektiven sichtbar werden.
Phase 3
Zukunftsbilder teilen
Die Ergebnisse werden vorgestellt und gemeinsam betrachtet. Die Gruppe identifiziert Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Themen, die für die weitere Entwicklung der Organisation von Bedeutung sind. Gleichzeitig entsteht ein besseres Verständnis für die Perspektiven anderer Bereiche und Hierarchieebenen.
Phase 4
Themen weiterverfolgen
Die gesammelten Ideen und Zukunftsbilder werden gebündelt und für die weitere Arbeit aufbereitet. Daraus können Arbeitsaufträge, Anforderungen oder nächste Entwicklungsschritte abgeleitet werden, die in anschließenden Planungs- und Umsetzungsprozessen weiterverfolgt werden.
Erfahrungen aus der Praxis
Die Methode funktioniert besonders gut in Präsenz und mit einer freiwilligen Beteiligung der Teilnehmenden. Wichtig sind ausreichend Zeit für die individuelle Ausarbeitung sowie eine kreative Arbeitsatmosphäre. Hilfreich ist außerdem eine gute Kenntnis der Organisation und ihrer Veränderungsvorhaben, damit die Zukunftsgeschichte an die tatsächlichen Fragestellungen anschließen kann. Wenn sich Teilnehmende mit kreativen Formaten schwertun, können auch Notizen oder Listen als Ergebnisform genutzt werden. Häufig lassen sich zunächst zurückhaltende Personen durch die offene und kreative Arbeitsweise aktivieren
Praxisbeispiele
Praxisbeispiel Traumreise
Ein Berliner Sozialunternehmen wollte die Verwaltung von Klientendaten digitalisieren. Dabei sollten die Anforderungen unterschiedlicher Bereiche zusammengeführt und in die Auswahl einer geeigneten IT-Lösung überführt werden. Die Traumreise half dabei, gemeinsame Zukunftsbilder zu entwickeln und Anforderungen für den weiteren Prozess sichtbar […]
Einordnung und Abwandlung im Beratungsansatz des Zukunftszentrums
Die Traumreise ist Teil des Ansatzes des Wertschätzenden Erkundens (Appreciative Inquiry) und bildet dort die Phase „Dream“. Sie dient dazu, Zukunftsbilder und Veränderungswünsche sichtbar zu machen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Im Unterschied zu stärker analysierenden Methoden richtet sie den Blick bewusst auf Möglichkeiten, Potenziale und gewünschte Entwicklungen. Im Zukunftszentrum wird sie insbesondere genutzt, um Beteiligung zu fördern, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und Anforderungen für weitere Planungs- und Umsetzungsprozesse abzuleiten.
