Lern- und Experimentierräume
Beteiligung, Akzeptanz und nachhaltige Lernprozesse können im Unternehmen durch Lern- und Experimentierräume gefördert werden. Im geschützten Rahmen entwickeln Mitarbeitende Ideen und Lösungen. Ein strukturierter Austausch lässt unterschiedliche Perspektiven zu, Prioritäten werden gemeinsam festgelegt und konkrete nächste Schritte geplant.
Vorgehensweise
Teilnehmende sammeln ihre Erfahrungen, Ideen und Sichtweisen zu vorgegebenen Leitfragen.
Die Beiträge werden gemeinsam strukturiert, zusammengeführt und geclustert. Anschließend priorisieren die Beteiligten die wichtigsten Themen, Herausforderungen und Handlungsfelder.
Die Ergebnisse dienen als Grundlage für weitere Entscheidungen und Schritte im Veränderungsprozess. Die Methode kann in Präsenz oder digital mit Whiteboards und Kleingruppenformaten umgesetzt werden.
Ablauf
Phase 1
10-15 Min
Sammeln
Einführung in die Methode und Sammlung von Ideen, Erfahrungen, Fragen und Annahmen zu den Leitfragen. In dieser Phase werden Beiträge noch nicht bewertet oder diskutiert. Ziel ist eine möglichst breite Sammlung von Perspektiven.
Phase 2
10-15 Min
Strukturieren und Clustern
Die Teilnehmenden gleichen ihre Beiträge ab, identifizieren Überschneidungen und fassen ähnliche Aspekte zusammen. Dadurch wird die Komplexität reduziert, ohne Inhalte zu verlieren.
Phase 3
25-30 Min
Minimum definieren
Die Gruppe entscheidet gemeinsam, welche Themen, Herausforderungen und Kritikpunkte besonders relevant sind. Abschließend können die wichtigsten Punkte priorisiert werden.
Erfahrungen aus der Praxis
Eine sorgfältige Auftragsklärung mit Geschäftsführung und Führungskräften ist wichtig, um Ziele und Leitfragen festzulegen. Gleichzeitig sollte die Moderation flexibel auf Bedarfe reagieren und Fragestellungen bei Bedarf anpassen. Hierarchieunterschiede können die Diskussion beeinflussen und sollten bewusst berücksichtigt werden. Widerstände gegenüber Veränderungen sollten nicht übergangen, sondern offen besprochen werden. Eine vertrauensvolle Atmosphäre ist entscheidend, damit auch kritische Themen angesprochen werden können.
Praxisbeispiele
Titel Praxisbeispiel Lern- und Experimentierräume
Ein Unternehmen aus der Sozialwirtschaft suchte Unterstützung bei Fragen der Digitalisierung und beim Aufbau eines Wissensmanagements. Gleichzeitig sollten Mitarbeitende stärker in laufende Veränderungsprozesse einbezogen werden. Durch Workshops mit Beschäftigten, Leitungskräften, Geschäftsführung und Mitarbeitendenvertretung wurden Bedarfe, Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten gemeinsam erarbeitet. […]
Einordnung und Abwandlung im Beratungsansatz des Zukunftszentrums
Die Methode wurde in Anlehnung an die Lern- und Experimentierräume der INQA entwickelt. Zentral ist die aktive Beteiligung von Beschäftigten an Veränderungsprozessen und die gemeinsame Reflexion von Entwicklungen im Unternehmen. Im Beratungsansatz des Zukunftszentrums Berlin unterstützt die Methode insbesondere Transformations- und Digitalisierungsprozesse, indem unterschiedliche Perspektiven sichtbar gemacht und gemeinsame Lernprozesse angestoßen werden. Sie schafft eine Grundlage für Entscheidungen und fördert eine Arbeitskultur, in der Beschäftigte Veränderungen aktiv mitgestalten können. Die im Projekt eingesetzte Variante übernahm die Grundidee der INQA-Experimentierräume in einer ressourcenschonenderen Form.
