Wie können Unternehmen Künstliche Intelligenz so einsetzen, dass unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt, Diskriminierung vermieden und Mitarbeitende eingebunden werden?

Mit dieser Frage beschäftigte sich unsere Veranstaltung rund um Vielfalt und KI im Einstein Center Digital Future. Gemeinsam mit Expert*innen aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft diskutierten die Teilnehmenden, wie ein verantwortungsvoller Einsatz von KI in Organisationen gelingen kann.

Drei zentrale Erkenntnisse aus der Veranstaltung

1. KI ist nicht neutral

Zum Auftakt zeigten Elena Kalogeropoulos und Dr. Matthieu Binder vom iRights.Lab, warum diskriminierungssensible KI-Prozesse eine bewusste Gestaltung erfordern. Denn: KI-Systeme übernehmen bestehende Muster aus Daten und organisationalen Strukturen und können dadurch bestehende Ungleichheiten verstärken.

Auch Dr. Yannick Kalff (HTW Berlin) griff diesen Gedanken im Workshop zur Transparenz von KI auf. Er machte deutlich, dass Verzerrungen nicht nur in Daten entstehen, sondern entlang des gesamten Entwicklungs- und Nutzungskontextes von KI-Systemen. Transparenz bedeutet deshalb mehr als technische Nachvollziehbarkeit: Sie schafft die Grundlage, Entscheidungen kritisch einzuordnen und Risiken frühzeitig zu erkennen.

Praxisimpuls: Unternehmen sollten regelmäßig hinterfragen, welche Daten verwendet werden, wer Entscheidungen trifft und welche Personengruppen möglicherweise benachteiligt werden könnten.

Mit unserem Lernangebot „Datenkompetenz und Daten für die Weiterentwicklung des Betriebs“ unterstützen wir Unternehmen dabei, Datenbestände zu analysieren, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Grundlage für transparente und vertrauenswürdige KI-Anwendungen zu schaffen.

2. Verantwortung braucht klare Orientierung

Viele Organisationen nutzen bereits generative KI-Anwendungen, verfügen jedoch noch nicht über gemeinsame Regeln für deren Einsatz.

Im Workshop von Pia Grundmann und Ingrid Woods von AlgorithmWatch arbeiteten die Teilnehmenden daran, wie Leitlinien für den verantwortungsvollen Umgang mit KI entwickelt werden können. Dabei wurde deutlich: Orientierung entsteht nicht allein durch technische Vorgaben, sondern vor allem durch gemeinsame Verständigung über Werte, Verantwortlichkeiten und Grenzen.

Praxisimpuls: Bereits einfache Leitlinien können Mitarbeitenden Sicherheit geben und den reflektierten Einsatz von KI fördern. An dieser Stelle möchten wir Ihnen unser Lernangebot zu „Moderne Personal- und Unternehmensführung“ empfehlen. Gerade die Führungsebene ist gefragt, wenn es um einen verantwortungsbewussten Umgang mit KI geht!

3. Unterschiedliche Perspektiven verbessern den Umgang mit KI

Generative KI verändert Kommunikation, Zusammenarbeit und Entscheidungsprozesse. Umso wichtiger ist es, unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen einzubeziehen.

Dr. Irène Kilubi (Joint Generations) zeigte, wie generationenübergreifende Zusammenarbeit dazu beitragen kann, Chancen und Herausforderungen von KI besser zu verstehen. In gemeinsamen Übungen wurden unterschiedliche Erwartungen, Kompetenzen und Erfahrungen sichtbar.

Eine weitere Perspektive brachte Elias Kouloures in seinem Impuls zu Neurodivergenz und KI ein. Anhand praktischer Beispiele zeigte er, wie Organisationen häufig an etablierten Denk- und Entscheidungsroutinen festhalten und dadurch wichtige Sichtweisen übersehen. Sein Beitrag machte deutlich, welchen Wert vielfältige Denkweisen für die Entwicklung und Nutzung von KI haben können.

Praxisimpuls: Je vielfältiger die Perspektiven bei der Einführung und Nutzung von KI sind, desto größer ist die Chance, blinde Flecken zu erkennen und bessere Entscheidungen zu treffen. Das passende Lernangebot: Einführung neuer Technologien erfolgreich und menschenzentriert gestalten!

Forschung zum Anfassen

In der Demo Area des Einstein Center Digital Future konnten die Teilnehmenden aktuelle Forschungsprojekte unmittelbar erleben. Friedrich Schmidgall stellte unter anderem interaktive Anwendungen, einen Kommunikationshandschuh für taubblinde Menschen sowie experimentelle Textilien vor, die auf Berührung reagieren. Die Demonstrationen zeigten eindrucksvoll, wie digitale und KI-gestützte Technologien entwickelt und praktisch erprobt werden.

Was bleibt?

Die Veranstaltung hat gezeigt: Verantwortungsvoller KI-Einsatz ist keine rein technische Aufgabe. Transparenz, klare Leitlinien und die Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass „die KI“ Menschen unterstützt und nicht ausschließt.

Gerade Vielfalt erweist sich dabei als wesentlicher Erfolgsfaktor für eine zukunftsfähige Gestaltung von KI in der Arbeitswelt.

Dank

Unser Dank gilt dem idm e.V. und dem Einstein Center Digital Future sowie allen Impulsgebenden und Teilnehmenden für den offenen Austausch, die engagierten Diskussionen und die vielfältigen Perspektiven.

Kontakt & Termin

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