Praxisbeispiel MVP-Methode (Minimum Viable Product)

Ein Berliner Sozialunternehmen in Gründung suchte Unterstützung bei der Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells. Ziel war es, zusätzliche Dienstleistungen aufzubauen und die finanzielle Basis des Unternehmens zu stärken. Gemeinsam wurden bestehende Ideen strukturiert, priorisiert und zu einem ersten testbaren Angebot weiterentwickelt.
Ausgangslage
Das Sozialunternehmen wollte sich langfristig finanziell absichern und plante deshalb den Aufbau zusätzlicher Dienstleistungen, darunter eine nachhaltige Personalvermittlung. Gleichzeitig bestand der Bedarf, bestehende Ideen zu strukturieren, ihre Umsetzbarkeit zu prüfen und die nächsten Schritte für die Entwicklung des Geschäftsmodells festzulegen. Das Unternehmen wandte sich dafür mit dem Wunsch nach einem Design-Thinking-Prozess an das Zukunftszentrum.
Vorgehen
Phase 1
Ideen sammeln und priorisieren
Zunächst wurden alle laufenden Aktivitäten, Projekte und Ideen mithilfe einer Wortwolke zusammengetragen. Anschließend wurden die Ideen anhand ihres Beitrags zur finanziellen Absicherung des Unternehmens bewertet und priorisiert. Dadurch konnte der Fokus auf die aussichtsreichsten Vorhaben gelegt werden.
Phase 2
Zielgruppen verstehen
Mit einer User Journey wurden die Bedürfnisse der potenziellen Zielgruppen genauer betrachtet. Dabei entstand ein gemeinsames Verständnis für mögliche Leistungen und Alleinstellungsmerkmale des Angebots. Gleichzeitig wurde entschieden, zunächst Arbeitgebende als Hauptzielgruppe anzusprechen.
Phase 3
Hindernisse sichtbar machen
Mithilfe der Kopfstand-Methode reflektierten die Beteiligten, welche Faktoren eine erfolgreiche Entwicklung der Dienstleistung behindern könnten. Daraus wurden zentrale Handlungsfelder abgeleitet, darunter die Entwicklung eines MVPs, eine Umsetzungsstrategie sowie die Planung von Geschäfts- und Finanzierungsaspekten.
Phase 4
MVP entwickeln
Um vom Planen ins Handeln zu kommen, wurden die Mindestanforderungen für eine erste testbare Version des Angebots definiert. Vereinbart wurden die Entwicklung einer Landingpage, eines Leitfadens für Akquise-Anrufe sowie einer Liste potenzieller Unternehmen für die erste Ansprache.
Ergebnisse
- Detaillierte User Journey als Grundlage für die weitere Produktentwicklung.
- Reflexion und Bearbeitung zentraler Hürden im Entwicklungs- und Markteinführungsprozess.
- Definition eines ersten MVPs für die geplante Dienstleistung.
- Erste konkrete Schritte zum Test der Produktidee mit potenziellen Kund:innen.
Learnings
Hinter dem Wunsch nach Innovation und neuen Ideen steht häufig das Bedürfnis, bestehende Ideen zu strukturieren und systematisch weiterzuverfolgen. Die Konzentration auf ein Minimum Viable Product hilft Teams, Prioritäten zu setzen und konkrete Umsetzungsschritte einzuleiten. Nutzerorientierung und frühzeitiges Testen unterstützen dabei, Ideen schneller zu überprüfen und weiterzuentwickeln.